Damensache Day 2026: Geld ist keine Frage des Geschlechts
Im Palais Eschenbach blieb kein Platz frei. Am 5. Mai 2026 lud Damensache-Gründerin Marietta Babos erneut zum “Damensache Day”. Die Konferenz räumte mit einem hartnäckigen Mythos auf: dass Finanzen kompliziert, abstrakt oder schlicht Männersache seien.
Den Tag prägte eine Zahl: 52 Prozent. So groß ist die durchschnittliche Lücke zwischen letztem Gehalt und staatlicher Pension bei Frauen in Österreich. Diese Lücke ist kein Schicksal, sondern ein lösbares Problem – das war die Kernbotschaft des zweiten Damensache Days. Die Lösung liege laut Babos in einem Mix aus Tagesgeldkonto, Staatsanleihen, Gold, Immobilien, Fonds und ETFs – abgestimmt auf Alter und Lebensziel.
Kapitalmarktexperte Peter Ladreiter lieferte den nächsten Weckruf: Österreich parkt über 300 Milliarden Euro auf Sparbüchern – und verliert damit real Geld. Aktien, Anleihen, ETFs: wer langfristig denkt, hat langfristig mehr. Globale Aktienmärkte bringen langfristig 7,5 bis 11,3 Prozent Ertragserwartung, Unternehmensanleihen je nach Bonität 4,3 bis 6,9 Prozent.
Petia Niederländer von der Österreichischen Nationalbank ergänzte mit einem geopolitischen Argument, das sitzt: 80 Prozent der europäischen Zahlungssysteme sind amerikanisch. Der digitale Euro soll das ändern – europäische Souveränität, auch beim Bezahlen.
Neben den Finanzzahlen stand an diesem Tag auch eine andere Währung im Mittelpunkt: Selbstbewusstsein. Gehaltsverhandlungscoach und Autorin Ingeborg Rauchberger, die mit einer pointenreichen Keynote Frauen ermutigte, für sich einzustehen. Eine Gehaltsverhandlung beginnt nicht im Gespräch selbst, sondern am ersten Tag danach, mit Sichtbarkeit, Erfolgskommunikation und dem eigenen Marktwert.
Am 5. Mai 2027 werden Expert*innen wieder neue Themen aufgreifen, Finanzprodukte vor dem Hintergrund aktueller Ereignisse analysieren. Bis dahin gilt: Wer seine Lücke kennt, hat den wichtigsten ersten Schritt bereits gemacht.