RB Leipzig hat Tatjana Haenni zur Vorsitzenden der Geschäftsführung berufen. Mit 1. Jänner 2026 übernimmt die 59-Jährige die operative Führung des Bundesliga-Klubs – als erste Frau an der Spitze eines deutschen Profi-Fußballvereins.
Die Entscheidung beendet eine rund dreijährige Suche nach einer neuen Führungsspitze. Seit dem Abgang von Oliver Mintzlaff, der zum Aufsichtsratschef aufgestiegen war, war die CEO-Position vakant. In dieser Zeit ist die Aufgabe nicht kleiner geworden: Nach einer enttäuschenden Vorsaison mit Rang sieben – dem schlechtesten Abschneiden seit dem Bundesliga-Aufstieg 2016 – will Leipzig sportlich wieder angreifen, national wie international. Das erklärte Ziel bleibt die Rückkehr in den Titelkampf mit Bayern München sowie ein stärkeres Auftreten in der Champions League.
Mit der gebürtigen Schweizerin setzt der Klub auf eine Führungspersönlichkeit mit außergewöhnlichem Profil. In der Mitteilung zur Bestellung heißt es, RB Leipzig besetze die nach Mintzlaffs Abgang vakante CEO-Position und unterstreiche damit den Anspruch, „den Club durch eine erweiterte Führungsstruktur zukunftsfähig aufzustellen“.
„Mit Frauen im Staff: mega“
Haenni bringt jahrzehntelange Erfahrung aus dem internationalen Fußball mit. Sie war Schweizer Nationalspielerin, arbeitete als Trainerin und gilt seit vielen Jahren als eine der prägenden Kräfte im Frauenfußball. In leitenden Funktionen bei UEFA und FIFA war sie ebenso tätig wie in der Organisation der Frauen-Weltmeisterschaft 2011 in Deutschland. Zudem schrieb sie bereits früher Geschichte als erste Frau in der Geschäftsführung des Schweizer Fußball-Verbands.
Zuletzt war Haenni seit Jänner 2023 als sportliche Direktorin der US-amerikanischen Profiliga NWSL in New York tätig. Ihre Haltung zur Rolle von Frauen im Fußball formulierte sie klar: „Der Männer-Fußball würde mit mehr Frauen im Staff mega viel gewinnen“.
Porträts aus der Serie „Hätt ich das bloss früher gewusst“