Die PORR hat gerade ihre neue Nachhaltigkeitsstrategie präsentiert. Was war Ihr persönlicher Anspruch dabei?
Unsere Strategie umfasst acht Handlungsfelder mit konkreten Zielen und Maßnahmen. Im Vordergrund stehen klare Messbarkeit und hohe Transparenz. Besonders stolz bin ich, dass wir sie gemeinsam mit den operativen Einheiten und in allen Ländern entwickelt haben. Damit fußt sie auf Know-how, das direkt aus der PORR kommt, also wirklich gelebt wird.
Die Baubranche hat einen hohen CO2-Fußabdruck. Wie leisten Sie Überzeugungsarbeit?
Für echte Transformation reicht es nicht, nur die eigene Sicht durchzusetzen. Man muss auch die Brille der anderen aufsetzen. Erst, wenn man die unterschiedlichen Blickwinkel zusammenbringt, entsteht Bewegung. Natürlich gibt es Spannungen zwischen kurzfristigem Kostendruck und langfristiger Wettbewerbsfähigkeit. Deswegen ist es so wichtig, mit Zahlen, Business Cases Überzeugungsarbeit zu leisten.
Sie haben mit 26 den Nachhaltigkeitsbereich in einem Immobilienkonzern aufgebaut und wechselten mit 31 als Head of Corporate Sustainability zur PORR. Ihr Hintergrund liegt in der Finanzwirtschaft – was hat Sie bewogen?
Für mich ist mein Werdegang eine konsequente Weiterentwicklung: Es geht immer um sinnstiftende Kapitalallokation. Die richtige Zukunftsstrategie liegt in einer Verbindung von Ökonomie und Ökologie.
Nachhaltigkeit ist ein wachsendes Berufsfeld – was würden Sie jungen Frauen raten, die sich dafür interessieren?
Mein persönlicher Rat an junge Frauen: Lernt, eure Zahlen wirklich zu verstehen. Sucht euch Gleichgesinnte, die euch stärken, und baut ein Netzwerk mit Menschen, die dieselbe Vision teilen. Konzentriert euch auf das Wie. Und habt den Mut, Fragen zu stellen, Gewohntes zu hinterfragen und Neues auszuprobieren. Neues auszuprobieren ist immer ein Wagnis – aber eines, das sich lohnt.