„Less Flowers. More Funding“: Neue Kampagne will Zugang zu Kapital öffnen
Während im März rund um den Weltfrauentag symbolische Gesten Hochkonjunktur haben, bleibt ein strukturelles Problem bestehen: der Zugang zu Kapital. Genau hier setzt die Kampagne „Less Flowers. More Funding.“ von JUNE MINDS an – und trifft damit einen wunden Punkt im Startup-Ökosystem.
Denn die Zahlen sind eindeutig: Laut Female Founders Monitor 2025 fließen über 90 Prozent des Venture Capitals in rein männliche Gründerteams. Female (Co-)Founded Startups bleiben deutlich unterrepräsentiert – obwohl Kapital der entscheidende Hebel für Wachstum und Innovation ist.
„Das Potenzial ist da. Jetzt geht es um Sichtbarkeit und gezielte Zugänge zu Kapital für Female (Co-)Founded Teams“, sagt Magdalena Muttenthaler, Gründerin von JUNE MINDS und Initiatorin von „Less Flowers. More Funding.“
Zugang statt Symbolik
Die Kampagne, die rund um den International Women’s Day 2026 gestartet ist, setzt bewusst auf konkrete Hebel statt symbolischer Gesten. Herzstück ist ein DACH-weiter Call for Pitches, der Gründerinnen direkt mit Business Angels und Venture Capital Investor*innen vernetzt.
Die ausgewählten Startups erhalten nicht nur Sichtbarkeit über ein breites Partnernetzwerk, sondern vor allem Zugang zu entscheidenden Ressourcen: gezielte Warm Intros zu Investor*innen sowie die Chance, sich bei der Female Founders Night am 9. Juni 2026 in München vor einem relevanten Publikum zu präsentieren. sheconomy begleitet die Initiative als Medienpartnerin. „Was Gründerinnen wirklich brauchen, sind Sichtbarkeit und gezielte Zugänge zu Kapital. Genau das schaffen wir mit dieser Kampagne“, so Muttenthaler.
Ein strukturelles Ungleichgewicht
Das Problem liegt tiefer als fehlende Aufmerksamkeit. Netzwerke, Entscheidungsstrukturen und Investmentlogiken begünstigen nach wie vor jene, die ihnen ohnehin schon angehören. Die Folge: Selbst innovative Geschäftsmodelle von Gründerinnen scheitern nicht selten am Zugang zu Kapital.
Gerade in technologiegetriebenen Bereichen wird das zum entscheidenden Faktor. Innovation entsteht dort, wo investiert wird. Bleiben ganze Gruppen systematisch unterfinanziert, bleibt auch ein Teil des Innovationspotenzials ungenutzt.
Mehr als eine Kampagne
Unterstützt wird „Less Flowers. More Funding.“ von zahlreichen Startup-Programmen, Business-Angel-Netzwerken und Venture-Capital-Gesellschaften. Auch viele Gründer*innen und Akteur*innen aus dem Ökosystem tragen die Initiative aktiv mit – ein Signal dafür, dass das Thema zunehmend an Relevanz gewinnt.
Gleichzeitig ist klar: Einzelne Kampagnen allein werden die Verteilung von Kapital nicht verändern. Entscheidend ist, dass Sichtbarkeit in konkrete Entscheidungen übersetzt wird.
Denn am Ende geht es um mehr als einzelne Start-ups: Es geht um die Frage, wer die Innovationen von morgen entwickelt – und wer sie finanziert. „Die Frage ist nicht, ob es genug gute Gründerinnen gibt“, sagt Muttenthaler. „Die Frage ist, ob wir bereit sind, in sie zu investieren.“
Jetzt bewerben
Noch bis 31. März 2026 können sich Gründerinnen sowie gemischte Teams mit einem Pitchdeck (maximal zehn Slides) und einem kurzen Pitch-Video hier für den Call for Pitches bewerben.
