Klartext im Rathaus: Warum ich nach diesem Interview wieder an Politik glaube
So ein gutes Gefühl. Ich gehe in ein Büro, das wirkt wie ein Maßanzug: großzügig, aufgeräumt, hell, elegant. Frische Blumen als leise Pointe, nicht als Deko. Und ich merke nach zwei Minuten: Ich muss nichts „einordnen“, nichts „framen“, nichts „übererklären“. Weil in diesem Büro keine Meinungen produziert werden, sondern Lösungen. Weil hier nicht „narrativiert“ wird, hier wird budgetiert.
Die Frau, bei der ich da sitze, heißt Barbara Novak, Wiens mächtige Finanzstadträtin. Und ja: Das ist in Wien keine Fingerübung. Wer hier für Finanzen verantwortlich ist, führt ein Milliarden-Unternehmen mit politischer Betriebsanleitung. Im Budgetvoranschlag 2026 stehen 22,14 Milliarden Euro Ausgaben im Raum, 2,63 Milliarden Defizit. Trockenes Zahlenwerk, harte Wirklichkeit, knallharte Herausforderung.
Was mich an Barbara Novak so beeindruckt hat, ist nicht die Pose, sondern das Handwerk. Klarheit im Denken, Klarheit im Handeln. Nicht „Wir sollten, wir müssen, wir wollen“, sondern „Wir tun“. Und diese ruhige Autorität, die nicht aus Lautstärke kommt, sondern aus Verantwortung, aus Haltung. Ihr Ressort ist das Cockpit: Finanzen, Wirtschaft, Arbeit, Internationales und Digitales.
Man kann sie herrlich unterschätzen. „Nur“ Soziologie-Studium. „Nur“ Gemeinderat. „Nur“ der verlängerte Arm. Genau diese „Nur“-Sätze sind das Einfallstor für Fehlurteile. Denn wer unterschätzt wird, kann arbeiten, statt zu performen. Und plötzlich sitzt man da als Frau, als Bürgerin dieser Stadt, als Managerin, Unternehmerin – und denkt einen Satz, den ich viel zu selten denke: Auf diese Frau ist Verlass – sie führt wie eine Managerin und entscheidet wie eine Politikerin.
Ende März erscheint das ganze Interview im Print. Vorab nur so viel: Es geht um Verantwortung ohne Theater, um Prioritäten ohne Nebel, um Leadership, das nicht gefallen will, sondern wirkt. Wer wissen möchte, wie man mit Milliarden umgeht, ohne die Nerven zu verlieren: bleibt dran. „Wenn Budget nach Leadership klingt“.