Katrin Schwarzl ist Gründerin von K.health – einem integrativen Health-Coaching-Business für Frauen in Führungsrollen. Nach über zwölf Jahren in internationalen Unternehmen und vielen Jahren im Ausland verbindet sie fundiertes Wissen in Ernährung, Energie und mentaler Gesundheit zu einem ganzheitlichen Ansatz für nachhaltige Stärke. Im Jänner 2026 war sie Speakerin der sheconomy Career Session “On the Plate. Off the Plate. Wie das, was uns nährt, mentale Stärke und Performance prägt”.

Was war Ihr persönlicher Game-Changing-Moment?

Kein großer Wow-Moment, sondern eine beiläufige Bemerkung.

Ich war mit meinem Team in China unterwegs. 60-Stunden-Woche, Jetlag, ein Kleinkind zu Hause. Um gut durch diese Woche zu kommen, habe ich die Hälfte meines Koffers mit gesundem Essen, Snacks und Supplements vollgepackt – und meine Routinen konsequent beibehalten.

Es kamen dann plötzlich viele Kolleginnen zu mir und fingen an Fragen dazu zu stellen und es entstanden Gespräche zum Thema Gesundheit. Eine von ihnen sagte lachend: „Wie du auf dich achtest – das erinnert mich an GOOP von Gwyneth Paltrow. Ich glaube, du wirst einmal die österreichische Version davon.“

Ich habe darüber gelacht – aber der Satz ist hängen geblieben und ich habe gemerkt, wie viel Freude es mir bereitet, mein Wissen weiterzugeben. Nur kurze Zeit später habe ich Integrative Health studiert und K.health gegründet. Ein kleiner Moment. Mit großer Wirkung.

Was hätten Sie zu Beginn Ihrer Karriere gebraucht, was damals noch nicht vorhanden war, aber heute verfügbar ist?

Ich hätte mir Brené Brown an meiner Seite gewünscht – jemanden, der hilft, Karriere, Beziehungen und Leben gemeinsam zu navigieren.

Ihre Bücher Daring Greatly und The Gifts of Imperfection hätte ich gerne früher gelesen.

Und ganz pragmatisch: Begleitung und die finanziellen Ressourcen dafür. Coaching galt lange als Luxus für obere Führungsebenen – dabei wäre es gerade zu Beginn der Karriere eine der sinnvollsten Investitionen. Ein Investment in das eigene Zukunftspotenzial – oder ein kleiner Vorschuss auf die Person, die man werden möchte.

Was hatte den größten Impact auf Ihre Laufbahn?

Dass ich JA zu Chancen sage – auch wenn ich nicht alle Antworten hatte. Neugier und Resilienz sind meine Superkräfte.

Der Move nach Singapur mit 26. Die Gründung von K.health und der Schritt in die Selbstständigkeit. Jeder dieser Schritte war ein Sprung ins Ungewisse. Ich vertraue darauf, dass sich Dinge entwickeln, wenn man in Bewegung bleibt – und dass es immer die Möglichkeit gibt, neu abzubiegen.

Was war der größte Karriere-Boost?

Mein Umzug nach Singapur im Jahr 2009. Zwölf Jahre in Asien und Führungsrollen im APAC-Raum haben meinen Blick fachlich, kulturell und persönlich stark erweitert.

Dort gab es Chancen, die ich in dieser Form in Europa nicht bekommen hätte.

In welchen Situationen denken Sie heute: „Hätte ich das bloß früher gewusst“?

Dass Verletzlichkeit keine Schwäche ist. Ich dachte lange, professionell zu sein heißt, keine Unsicherheit zu zeigen – besonders in männerdominierten Branchen.

Heute weiß ich: Authentizität schafft Vertrauen und echte Verbindung. Genau das ist heute eine meiner größten Stärken.

Welche Rahmenbedingungen braucht es, damit mehr Frauen Führungspositionen erreichen und erfolgreicher als Unternehmerinnen werden?

Unternehmenskulturen, die anerkennen, dass Karrieren nicht linear verlaufen müssen. Es braucht flexible Modelle, psychologische Sicherheit und den selbstverständlichen Zugang zu Begleitung in unterschiedlichen Lebensphasen.

Nicht erst dann, wenn es schwierig wird, sondern präventiv – als Teil moderner Führungskultur.

Ihr persönlicher Rat an alle, die eine erfolgreiche (Konzern-)Karriere anstreben?

Lassen Sie sich begleiten. Früh. Suchen Sie sich Mentor:innen – intern und extern – und investieren Sie bewusst in Coaching und mentale Gesundheit.

Und: Nehmen Sie nicht alles persönlich. In Konzernen geht es oft um größere Agenden – nicht um Sie. Lesen Sie The Subtle Art of Not Giving a F*ck – manchmal hilft schon der Titel.

(c) Katrin Schwarzl
Hätte ich das bloß früher gewusst