Karin Mair: „Ausbildung und Lernen bleiben für mich die Game Changer“
Nicht jeder Karriereweg beginnt mit einem klaren Plan. Manchmal beginnt er mit dem Mut, Erwartungen zu hinterfragen, ein Studium aufzunehmen, das „nicht vorgesehen“ war, oder eine Aufgabe anzunehmen, für die man sich noch nicht bereit fühlt. Unsere Gesprächspartnerin erzählt, warum Lernen ihr wichtigster Game Changer geblieben ist, wie das Muttersein ihren Blick auf Arbeit verändert hat und weshalb Frauen neben Chancen auf Führung auch mehr Unterstützung bei Carearbeit und finanzielle Unabhängigkeit brauchen.
Was war Ihr persönlicher Game-Changing-Moment?
In meinem Berufsleben gab es mehrere – besonders wichtig war, dass ich zu studieren begonnen habe, obwohl das „nicht für mich vorgesehen war“- und obwohl meine erste Studienwahl nicht die damals passende war, ein anderes Studium fertiggemacht habe. Ebenso, dass ich verschiedene „Stationen“ in meinem Berufsleben mit internationaler Erfahrung gemacht habe – aber Ausbildung und Lernen bleiben die „Game Changer“ für mich heute wie damals- gerade in der heutigen Zeit sind Offenheit und Lernen entscheidend für wirksame Führung. Privat natürlich die Geburt meiner Tochter. das hat nochmals alles verändert.
Was hätten Sie zu Beginn Ihrer Karriere gebraucht, was damals noch nicht vorhanden war, aber heute verfügbar ist?
Technologie – gerade als Mutter sind die Möglichkeiten durch Technologie für mich besonders wertvoll – Technologie macht Arbeiten flexibler und weniger ortsgebunden und jede Weiterentwicklung zugänglicher. Ferner waren zu meinen „Anfängen“ keine beziehungsweise kaum Frauen in Führungsrollen und Orientierung zu erfahren gerade zu Beginn wäre wertvoll gewesen.Wiewohl ich aber sagen darf, dass ich tolle „Chefs“ hatte, die meine Ambitionen gefördert und geschätzt haben.
Was hatte den größten Impact auf Ihre Laufbahn?
Neben meiner Ausbildung ganz sicher, dass ich bis heute fordernde Aufgaben übernehme, die ich vorher noch nie gemacht habe und Ängste überwinde und offen für neue Wege bin. Und das, obwohl ich sehr gerne plane .
Was war der größte Karriere-Boost?
Dass ich keine „konkrete Karriereplanung“ hatte.So nahm ich Rollen an, die ich nie „geplant“ hätte – egal welche Karriereplanung ich gehabt hätte – sie wäre nie so in Umsetzung gelangt, wie sich mein Berufsleben entwickelt hat.
In welchen Situationen denken Sie heute: „Hätte ich das bloß früher gewusst“?
Dass Scheitern zum Erfolg dazu gehört und dass es wichtig ist über Probleme offen zu sprechen – Erfolg ist auch bei intensivem Einsatz nicht „garantiert“ – dabei ist es wichtig auf diese Erfahrungen zu bauen und daran zu wachsen.
Welche Rahmenbedingungen braucht es, damit mehr Frauen Führungspositionen erreichen und welche, damit sie erfolgreiche Unternehmerinnen werden?
Für mich ist es ein Mix aus vielen Maßnahmen – Erfolg ist natürlich für jede Frau anders definiert. Für mich braucht es solide Ausbildung – klare Programme für Frauenförderung in Unternehmen– transparente Karrierewege/-chancen. Ebenso braucht es deutlich mehr Unterstützung für jede Form der Carearbeit (ist zumeist nach wie vor weiblich) um die Berufstätigkeit langfristig erfolgreich gestalten zu können. Ebenso sollten Frauen früh betreffend finanzieller Lebensplanung mehr Transparenz haben – finanzielle Selbständigkeit und Unabhängigkeit kommen für mich in den Debatten zu wenig vor.
Ihr persönlicher Karriere-Rat an alle?
Just do it – wenn du es nicht versuchst, dann wirst du nicht herausfinden, was du möchtest/kannst – gehe neue Wege und nimm WegbegleiterInnen mit auf deinen Weg die dich challengen und ermutigen – „alleine“ funktioniert Karriere nach meinem Dafürhalten nicht. Wenn es für dich nicht (mehr) passt – sei offen für Veränderungen und neue Aufgaben – warte nicht auf eine „Einladung“ sondern arbeite aktiv an deinen Zielen. Sei mobil – mental ebenso was Branchen und Ort betrifft deiner Tätigkeit betrifft.
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„Krise ist ihr Element: Warum Plan B oft der bessere Plan A ist“ mit Ilinka Kajgana, Andrea Fruhstorfer und Karin Mair, moderiert von Sabine Schnabel: wie Führung gelingt, wenn es darauf ankommt, warum in jeder Krise auch eine Chance steckt und weshalb gerade die Umwege ihre Karrieren stark gemacht haben.
3.11.2026
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