Dating sollte sich leicht anfühlen, ein Kribbeln auslösen und vor allem Spaß machen. Die Realität sieht jedoch anders aus: Der Dating-Markt ist stark digitalisiert und vor allem in städtischen Räumen, wo es einfach sein sollte Menschen kennenzulernen, fühlen sich viele Menschen einsam. faund positioniert sich bewusst als Gegenbewegung: kein Speed-Dating und keine Massenveranstaltungen. Stattdessen richtet sich das Angebot an urbane Singles zwischen 27 und 45 Jahren mit ähnlichen Lebensrealitäten. Der Fokus liegt auf Community statt auf romantischem Outcome – egal, ob daraus romantische oder platonische Verbindungen entstehen.

Vom Hobby zum Start-Up

Nach drei Jahren regelmäßiger Events machten die beiden Gründerinnen Janet Kuschert und Laura Eisl aus ihrem Hobby ein Unternehmen. Offiziell hat faund im Februar 2026 in Wien gestartet. Die Idee begann jedoch schon als privates Hobby mit Single-Partys. Daraus entwickelte sich rasch ein strukturiertes Konzept: ein Social-Dating-Club, der Menschen auf Events zusammenbringt. Die Idee entstand aus einer Beobachtung im privaten Umfeld der Gründerinnen: Digitales Dating wird für viele immer frustrierender und echte Nähe bleibt dabei auf der Strecke.

Der Wiener Social Club faund ist daher keine klassische Dating-App. Kein Swipen, Matching-Algorithmus, Speed-Dating oder Massenveranstaltungen. Die Plattform bietet kuratierte Events für unterschiedliche Interessen, damit für alle Singles etwas dabei ist. So kann man zwischen Afterworks und Dinners für kreative oder politische Menschen bis hin zu kulturellen oder sportlichen Aktivitäten wählen. Die Idee dahinter: Dating soll sich nicht wie Dating anfühlen, sondern wie ein soziales Erlebnis auf Augenhöhe.

Förderung und Wachstum

Für die Weiterentwicklung erhielt faund die Pre-Seed-Förderung „Impact Innovation“ im sechsstelligen Bereich des Austria Wirtschaftsservice (aws) und des Bundesministeriums für Wirtschaft, Energie und Tourismus (BMWET). Aktuell zählt die Community über 2.000 Mitglieder, aufgebaut fast ausschließlich über Word-of-Mouth. Geplant ist es neue Zielgruppen zu gewinnen, weitere Eventformate umzusetzen und die Events auch über Wien hinaus zu verwirklichen.

Die Gründerinnen Janet Kuschert und Laura Eisl am Schreibtisch
Die Gründerinnen Janet Kuschert und Laura Eisl | Fotos: © Jana Mack

Dating zurück ins echte Leben

Das Start-Up faund versteht sich als soziale Infrastruktur für echte Begegnungen. Die Gründerinnen wollen mit dem Stigma aufräumen, dass Offline-Dating-Events vor allem verzweifelte Singles ansprechen und dort eine unangenehme Atmosphäre herrscht. Stattdessen setzen sie auf die Erfahrung, dass Menschen sich im realen Leben weniger an oberflächliche Kriterien orientieren und potenzielle Dates nicht vorschnell aufgrund von Namen, Aussehen oder Körpergröße aussortieren.

„Es ist ein menschliches Grundbedürfnis, soziale Kontakte zu knüpfen. Und wir merken jetzt alle, dass man das digital nicht ersetzen kann“, sagt Gründerin Laura Eisl in einem Interview mit der Tageszeitung Der Standard. „Menschen wollen wieder analoge Erlebnisse haben.“

Außerdem würden Menschen im echten Leben weniger auf oberflächliche Kriterien achten und potenzielle Datingpersonen aufgrund dieser aussortieren. Community-Guidelines, Verifizierung und Ansprechpartner*innen vor Ort sollen den Teilnehmenden Sicherheit bieten – ein Aspekt, der besonders für Frauen im Dating-Kontext eine zentrale Rolle spielt.

Ob für Teilnehmende der faund-Events eine Beziehung, Freundschaft oder einfach ein guter Abend entsteht, können die Gründerinnen nicht garantieren. Eines steht jedoch fest: Entscheidend ist vielmehr das Gefühl, sich in einem Raum zu befinden, in dem man nicht allein ist. Genau darin liegt auch das Wachstumspotenzial des Start-ups.

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