Sheconomy versteht sich als zentrale Plattform für Frauennetzwerke in Österreich, Deutschland und der Schweiz. Jede Woche stellen wir eines der zahlreichen Netzwerke aus Wirtschaft, Wissenschaft, Gesellschaftspolitik und Kultur im Detail vor.

Wir haben uns mit den Verantwortlichen des internen Frauennetzwerks des Tech-Unternehmens EBCONT „Women@EBCONT“ unterhalten. Im Interview sprechen sie darüber, wie sie ihre Mitarbeiterinnen innerhalb und außerhalb des Unternehmens unterstützen, inspirieren und Sichtbarkeit fördern.

Wie lautet der Name Ihres Netzwerks?

Women@EBCONT

Wann wurde Ihr Netzwerk ins Leben gerufen?

März 2021

Wie viele Mitstreiter*innen zählt Ihr Netzwerk aktuell?

101 Kolleginnen

Was sind die Kernthemen und Schwerpunkte Ihres Netzwerks?

Zusammenschluss und Austausch. Förderung von Women in Tech. Inklusion. Learning, Sichtbarmachung, Stärkung innerhalb und außerhalb des Unternehmens EBCONT.

Was ist der gemeinsame Nenner aller Mitglieder, die sich in Ihrem Netzwerk zusammengefunden haben?

Wir sind Mitarbeiterinnen bei EBCONT.

Wie läuft der Austausch innerhalb der Community ab und über welche Kanäle?

Über unseren Women@EBCONT Chat, über den Women@EBCONT E Mail Verteiler. Regelmäßige remote und Präsenzevents. Gemeinsamer Besuch von Events.

Wie oft treffen Sie sich?

Persönlich mindestens 2x im Jahr, bei remote Events öfter.

Wie organisieren Sie die Arbeit im Netzwerk?

People Counselor und DEI Lead teilen sich die Arbeit. Manchmal kommen auch Initiativen aus der Gruppe.

Netzwerk oder auch Interessenvertretung – wie tritt Ihr Netzwerk nach außen auf?

Netzwerk.

Wie steht es um den „Nachwuchs“ – ist es schwer, ihn zu motivieren, oder ist er begeistert, Teil des Netzwerks zu werden?

Kommt auf die Person darauf an und hat nichts mit ,,Nachwuchs” zu tun, wie aktiv eine Women@EBCONT im Netzwerk agiert. Jede Women@EBCONT wird automatisch Teil des Netzwerks und kann sich einbringen.

Gemeinsam sind wir stark – was treibt Sie und Ihre Netzwerk-Mitstreiter*innen an?

Women@EBCONT ist ein internes Netzwerk, das Frauen bei EBCONT verbindet, stärkt, sichtbar macht und ihre berufliche Entwicklung unterstützt, während es gleichzeitig zu mehr Diversität und Austausch im Unternehmen beiträgt. Wir wollen für unsere Kolleginnen berufliche Heimat sein, wo sie sich sicher fühlen, wachsen und authentisch sein können.

Auf den Punkt gebracht – welche drei Eigenschaften zeichnen Ihr Netzwerk aus?

Vernetzend, empowernd, inspirierend.

Welche langfristigen Ziele verfolgen Sie mit Ihrem Netzwerk? Wo sehen Sie das Netzwerk in fünf Jahren?

Unser Ziel ist es, die Wirkung von Women@EBCONT weiter auszubauen, die Sichtbarkeit von Frauen im Unternehmen zu stärken und ihre Weiterentwicklung aktiv zu fördern. Dabei möchten wir auch Initiativen wie Male Allyship stärker einbinden, um gemeinsam eine inklusive Unternehmenskultur zu gestalten. In fünf Jahren sehen wir das Netzwerk als etablierten Impulsgeber für Austausch, Zusammenarbeit und mehr Chancengleichheit im Unternehmen.

Nach außen hin möchten wir verstärkt als Best Practice ,,Geberin” gesehen werden und uns als Netzwerk aktiv mit anderen Frauen (in TECH) Netzwerken austauschen und vernetzen.

Gibt es eine Erfolgsgeschichte eines Mitglieds, die Ihnen besonders in Erinnerung geblieben ist? Wie hat Ihre Community dazu beigetragen?

Es gibt nicht die eine große Erfolgsgeschichte. Vielmehr sind es kleine Fortschritte, die die Women@EBCONT ausmachen. Etwa EBCONT’s Frauen auf Podien und in Vorträgen. Als Role Models für zukünftige Generationen an Mädchen (Töchtertag, DieITTag, Future Fit Festival etc). Durch unser Frauennetzwerk können wir andere externe Initiativen tatkräftig unterstützen.

Welches Klischee rund um Frauen im Wirtschaftsleben können Sie nicht mehr hören?

Das Klischee, dass Frauen mit Familie automatisch weniger engagiert oder weniger leistungsfähig im Berufsleben sind. Besonders im Zusammenhang mit Teilzeit wird oft angenommen, dass weniger Stunden auch weniger Beitrag bedeuten – dabei zeigt die Praxis, dass Effizienz, Verantwortung und Qualität der Arbeit nicht von der Anzahl der Stunden abhängen.

Was wären Ihrer Meinung nach die nächsten wichtigen Schritte Richtung Gender Equality?

Mehr Sichtbarkeit und gleiche Entwicklungschancen für Frauen sowie das frühzeitige Aufbrechen von Rollenbildern, damit Mädchen eine größere Bandbreite an Berufswegen sehen. Gleichzeitig können Frauen selbst viel bewirken, indem sie sich stärker vernetzen, gegenseitig unterstützen und selbstbewusst ihren Platz einnehmen. Gerade in männerdominierten Branchen wie die IT sind Initiativen wie Male Allyship ein zentraler Hebel, um Gleichstellung als gemeinsames Thema zu verankern – indem Männer informiert, in die Pflicht genommen und aktiv eingebunden werden.

Zusätzlich kann die kommende EU-Entgelttransparenzrichtlinie hoffentlich mehr ,,Licht ins Dunkel” bringen.

Haben Sie das Gefühl, dass sich Frauen oft doppelt oder dreifach anstrengen müssen, um gleiche Positionen wie Männer zu bekommen?

Das kommt stark auf die jeweilige Situation und die Person an. Faktoren wie das Unternehmen, die Führungskräfte, vorhandene Allies oder Mentor*innen sowie auch das persönliche Netzwerk und der private Support spielen dabei eine große Rolle. Aber ja, da viele von uns nach wie vor in der 2.Reihe stehen bzw. auch privat vielfältig und oft intensiver eingebunden sind, bedeutet das auch eine größere Anstrengung im Gesamten.

Wie bewerten Sie die Rolle von (Frauen-) Netzwerken in unserer heutigen Gesellschaft und in der Zukunft?

Frauennetzwerke werden immer wichtiger. Sie schaffen Räume für Austausch, gegenseitige Unterstützung und mehr Sichtbarkeit. Gleichzeitig können sie Frauen dabei stärken, sich besser zu vernetzen, voneinander zu lernen und gemeinsam Veränderungen in Unternehmen und Gesellschaft voranzutreiben – deshalb sollte es künftig noch mehr solcher Zusammenschlüsse geben.

Last but not least – ein Wort zum Thema Frauenquote?

Ich sehe die Quote nicht als Selbstzweck, aber Maßnahmen, die bei gleicher Qualifikation Frauen den Vorrang geben – besonders in MINT-Bereichen, in denen sie noch stark unterrepräsentiert sind – können helfen, mehr Ausgewogenheit zu schaffen und langfristig Strukturen zu verändern.

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