Der Nominierungsausschuss der OMV hat die Weichen für eine historische Neubesetzung gestellt: Emma Delaney soll mit 1. September die Nachfolge von Alfred Stern antreten. Vorgesehen ist ein Dreijahresvertrag mit der Option auf eine zweijährige Verlängerung.

Die erfahrene BP-Managerin wird nicht nur die erste Frau an der Spitze des heimischen Energie- und Chemiekonzerns, sondern voraussichtlich auch die einzige weibliche Vorstandsvorsitzende im gesamten ATX-Index. Seit dem Ausscheiden der CPI-Europe-Chefin Radka Doehring im Sommer 2025 war dieser Kreis rein männlich besetzt.

Drei Jahrzehnte Branchenexpertise

Die Personalentscheidung, die vom Aufsichtsrat in der nächsten Sitzung noch formal bestätigt werden muss, gilt als fundierter strategischer Schritt. Delaney blickt auf 30 Jahre Berufserfahrung in der Ölbranche zurück und leitet beim britischen Giganten BP aktuell einen Geschäftsbereich mit mehr als 50.000 Beschäftigten. Ihr Portfolio umfasst das gesamte Spektrum der Energiewirtschaft – von der Exploration und Förderung (Upstream) über die Raffinierung und den Verkauf (Downstream) bis hin zum Geschäft mit Flüssigerdgas (LNG).

Analysten rechnen damit, dass unter Delaney die Gasförderung wieder stärker in den Fokus rücken könnte. Gleichzeitig formulierte die Politik bereits klare Erwartungen an die neue Führung. Bundeskanzler Christian Stocker und Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer (beide ÖVP) begrüßten die Nominierung als starkes Signal. Hattmannsdorfer forderte explizit den Ausbau des Auslandsgeschäfts durch Partnerschaften sowie mehr Versorgungsunabhängigkeit. Zudem solle der begonnene Umbau in Richtung Chemie und Kunststoff fortgesetzt werden.

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Erfolg Career moves