Der 1. FC Union Berlin zieht die Reißleine: Nach einer enttäuschenden Rückrunde hat der Verein Cheftrainer Steffen Baumgart sowie die Co-Trainer Danilo de Souza und Kevin McKenna mit sofortiger Wirkung freigestellt. Die Nachfolge markiert eine Zäsur in der Bundesliga-Geschichte: Marie-Louise Eta übernimmt die Mannschaft interimistisch bis zum Saisonende und ist damit die erste Frau an der Spitze eines männlichen Erstligisten.

Neustart gegen den Negativtrend

Grund für den personellen Umbruch ist die prekäre Situation in der Tabelle. Mit nur zwei Siegen aus vierzehn Spielen seit der Winterpause blieb die erhoffte Stabilität aus. Horst Heldt, Geschäftsführer Profifußball Männer, begründete den Schritt mit der fehlenden Überzeugung für eine Trendwende in der bisherigen Konstellation: „Unsere Lage ist nach wie vor bedrohlich und wir benötigen dringend Punkte, um den Ligaverbleib zu sichern“, so Heldt. Man habe sich daher entschieden, „jetzt noch einmal neu anzusetzen“, um die anhaltende sportliche Talfahrt zu beenden.

Marie-Louise Eta, die bereits als Co-Trainerin zum Stab gehörte, rückt nun in die erste Reihe vor. Für die 34-jährige ehemalige Champions-League-Siegerin ist dies eine vorgezogene Premiere: Ursprünglich war fest eingeplant, dass sie im Sommer die Cheftrainer-Rolle der Profimannschaft der Frauen übernimmt. Heldt zeigte sich erfreut, dass Eta bereit ist, die Verantwortung für die Männer-Bundesliga in dieser kritischen Phase zu tragen.

Während die internationale Sportwelt die Beförderung als Meilenstein feiert, sah sich Eta unmittelbar nach Bekanntgabe mit einer Welle sexistischer Kommentare in sozialen Netzwerken konfrontiert. Die Trainerin selbst reagierte darauf gewohnt sachlich und betonte, dass ihr Fokus rein auf dem Sport und der Zusammenarbeit mit Menschen liege. Die anonymen Anfeindungen würden laut Eta „eigentlich mehr über die Personen aussagen, die diese veröffentlichen“.

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