Alice Assinger hat die Leitung des Ludwig Boltzmann Institut für Kardiovaskuläre Forschung übernommen. Das Institut ist Teil der Ludwig Boltzmann Gesellschaft. Die 44-Jährige folgt damit auf Johann Wojta, der das Institut über 16 Jahre hinweg geleitet hat.

In ihrer neuen Funktion verfolgt Assinger das Ziel, Herz- und Gefäßerkrankungen besser zu verstehen, Risiken frühzeitig zu erkennen und einen nachhaltigen Beitrag zur Prävention zu leisten. Ein inhaltlicher Schwerpunkt liegt dabei auf geschlechtsspezifischen Unterschieden in der Herz-Kreislauf-Gesundheit sowie auf der stärkeren Verbindung von Forschung und klinischer Anwendung.

„Am Ludwig Boltzmann Institut für Kardiovaskuläre Forschung möchten wir die Brücke zwischen Labor und medizinischer Anwendung stärken“, erklärt Assinger. In enger Zusammenarbeit mit klinischen Partnern, Krankenhäusern und Vorsorgezentren sei es ihr ein zentrales Anliegen, Forschungsergebnisse rasch in die klinische Praxis zu übertragen – „mit besonderem Fokus auf Prävention und geschlechtsspezifische Aspekte“. Sie freue sich darauf, diesen Weg gemeinsam mit einem engagierten Team zu gehen.

Interdisziplinäre Laufbahn mit internationaler Forschungserfahrung

Assingers wissenschaftlicher Werdegang ist interdisziplinär geprägt. Sie studierte Ernährungswissenschaften sowie Mikrobiologie und Genetik und promovierte in Ernährungswissenschaften an der Universität Wien. Nach ihrer Tätigkeit als Postdoktorandin an der Medizinische Universität Wien setzte sie ihre Forschung am Karolinska Institut in Stockholm fort.

Nach ihrer Rückkehr nach Wien gründete die gebürtige Kärntnerin eine Forschungsgruppe, die sich mit der Interaktion von Thrombozyten und Immunsystem beschäftigt. Die Relevanz dieses Forschungsfelds trat insbesondere während der COVID-19-Pandemie deutlich hervor. Seit 2023 ist Assinger zudem Professorin für Kardiovaskuläre Medizin an der Medizinischen Universität Wien.

Neben ihrer Forschungstätigkeit engagiert sich Assinger in der Nachwuchsförderung und betreut Postdocs, Doktorand:innen sowie Master- und Diplomarbeiten. 2018 meldete sie ein Patent zu microRNA-Signaturen zur Vorhersage von Leberfunktionsstörungen an. Darüber hinaus ist sie als Mentorin im „Women’s Network in Medicine“ aktiv, das hochqualifizierte Wissenschaftlerinnen gezielt auf ihrem Karriereweg unterstützt.