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Der nachhaltige Zins

Der Kampf gegen den Klimawandel erfordert eine Menge Investitionen in innovative Umwelttechnologien und erneuerbare Energien. Die notwendige Finanzierung wird zunehmend ausgrünen Anleihen eingesammelt. Anlegerinnen sollten allerdings die Feinheiten dieser nachhaltigen Wertpapiergruppe genau kennen.

Doch das ist nicht alles. In der Regel lassen die Emittenten von Green Bonds ihre grünen Vorhaben auch von Nachhaltigkeitsagenturen auf Herz und Niere überprüfen. Erst wenn diese auch noch ihr Gütesiegel dem Projekt aufstempeln, können solche Wertpapiere wahrlich als Green Bonds verkauft werden. Zu den bekanntesten Agenturen zählen Sustainalytics und ISS ESG. Die drei Buchstaben ESG stehen für Environmental (Umwelt), Social (Soziales) und Governance (gerechte Unternehmensführung). In Österreich können sich Green Bond-Emittenten für das Umweltzeichen des Umweltministeriums bewerben beziehungsweise entsprechend damit zertifizieren lassen.

Die Agenturen haben jedenfalls alle Hände voll zu tun, die Dynamik in diesem Marktsegment ist schließlich rasant. Noch vor fünf Jahren wurden weltweit lediglich 25 Milliarden Euro Green Bonds emittiert. Im vergangenen Jahr erreichte das Volumen an neuen grünen Anleihen beinahe 200 Milliarden Euro, ein neues jährliches Rekordhoch, wobei die Papiere mehrheitlich in Europa begeben werden. In der Region steht der nachhaltige Wandel freilich schon länger hoch im Kurs. Immerhin spielt dieses Wertpapiersegment, das bis Jahresende 2020 in Summe ein Volumen von rund einer Billion US-Dollar erreicht hat, damit eine immer wichtigere Rolle bei der Finanzierung des Übergangs in eine kohlenstoffarme Zukunft, konstatiert Brian Ellis, Fondsmanager beim US-Vermögensverwalter Eaton Vance.

Die Dynamik dürfte auch in diesem Jahr zunehmen. Beim niederländischen Vermögensverwalter NN Investment Partners rechnet Fondsmanager Bram Bos 2021 mit einer Verdoppelung des neuen Emissionsvolumens auf gut 400 Milliarden US-Dollar „Jetzt, da wir uns auf dem Weg zurück zur Normalität befinden, richten die Emittenten ihren Fokus wieder auf die Zukunft und die andauernde Klimakrise.“

Auch ein Blick auf die unterschiedliche Mittelverwendung aus grünen Anleihen liefert interessante Einblicke. Der Großteil der Gelder wird für Energieprojekte eingesetzt, gefolgt vom Transportsektor. In den vergangenen Jahren haben beispielsweise der italienische Energiekonzern Enel sowie der spanische Erdölkonzern Repsol solche Papiere begeben. Letzterer möchte mit den Geldern unter anderem auf neue Technologien setzen, mit denen der CO2-Ausstoß gesenkt wird, erklärt Leticia Padura, Head of Socially Responsible Investor Relations bei Repsol. Doch auch andere Sektoren schließen sich dem Trend zunehmend an. Im Vorjahr emittierte etwa die Volkswagen AG erstmals einen grünen Bond, um den Ausbau der Elektromobilität zu finanzieren.

Selbst der Bankensektor mischt längst mit. Beispiele gibt es hierfür ebenso reichlich, das zeigt, wie vielfältig die Projekte sind. 2018 legte die Landesbank Baden-Württemberg zum Beispiel einen Green Bond in Form eines Hypothekenpfandbriefes in Höhe von 500 Millionen Euro auf. In den folgenden zwei Jahren folgten vier weitere Emissionen mit einem Volumen von insgesamt mehr als 2,5 Milliarden Euro. Mit dem Erlös werden unter anderem energieeffiziente Immobilien refinanziert. Im vergangenen September begab etwa auch die Kärntner BKS Bank einen Green Bond.

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Fotomaterial© pexels/pixabay

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